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      04.06.2013
      Blumberg trauert um großen
      Unternehmer Helmut Darda

 

 

Helmut Darda ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Im Alter von 85 Jahren starb vor einer Woche der bekannte Blumberger Unternehmer Helmut Darda. Der Tod kam plötzlich und unerwartet. Wer war der Mann, der ein Unternehmmen von Weltgeltung schuf, privat jedoch sehr zurückgezogen lebte?

Gestern gab sein Sohn Burkhard der Presse Einblicke in das Leben eines Mannes, dem Blumberg heute noch rund 70 Arbeitsplätze in zwei Firmen verdankt.

 

 

Erfinder mit Pioniergeist

Helmut Darda war ein Unternehmner und ein Erfinder mit Pioniergeist. Nach Blumberg kam er nach dem Krieg, seine Mutter war im Rahmen eines Umsiedlungsprojekts schon zuvor in die Eichbergstadt gezogen. Nach einem kurzen Abstecher zur Polizei beendete er seine vor dem Krieg begonnene Ausbildung zum Maschinenschlosser. Neben einer Tätigkeit in einer früheren Blumberger Firma begann er im Nordwerk im ehemaligen Maschinenhaus nebenberuflich mit Lohnarbeiten. 1957 gründete er in Blumberg die Firma Helmut Darda KG. Hergestellt wurden zuerst Spaltmaschinen für die Natursteinindustrie. Daneben führte Helmut Darda Lohnarbeiten für die Schwarzwälder Uhrenindustrie fort, woraus später die Elektronikabteilung entstand, die im Wesentlichen induktive Luftspulen fertigte. Der Erfolg kam Anfang der 1960er Jahre, als Helmut Darda das handgehaltene hydraulische Stein- und Betonspaltgerät erfand, eine Erfindung, die bis heute Maßstäbe setzt. In der Natursteinindustrie und später auch beim Abbruch von Fels und Beton war diese Erfindung damals nahezu alternativlos. Zahlreiche Patente in vielen Ländern schützten diese Erfindung.

Dieser Erfolg führte 1966 zum Umzug aus dem Nordwerk in die Kernstadt, weil mehr Kapazitäten benötigt wurden. Um möglichst nahe an der Stadt zu sein, zog Darda in das Mischgebiet im Tal 1 unterhalb der Ottilienhöhe. Dies ist auch der heutige Standort, wo immer wieder erweitert wurde.

 

 

Die zweite bahnbrechende Erfindung: Darda-Autos

Seine zweite bahnbrechende Erfindung entwickelte er zuhause. Ein Reitunfall zwang ihn zur Bettruhe, seine beiden Söhne spielten mit Matchbox-Autos ohne Antrieb. Da kam ihm die Idee, einen vor- und rückwärts aufziehbaren Spielzeugmotor ohne Schlüssel und ohne Batterien zu entwickeln. Nach circa fünf intensiven Entwicklungsjahren wurde die Darda-Autos ab Mitte der 1970er Jahre am Standort Blumberg in Serie produziert. Die Darda-Spielzeugautos und die Darda-Rennbahn, auf der die Rennautos mit erstaunlichen Geschwindigkeiten flitzen konnten, wurden in der ganzen Welt bekannt. Ihr Geheimnis war der so genannte Uhrwerkmotor. Von 1971 bis 1993 produzierte die Firma Darda die Autos mit dem Darda-Motor und der Darda-Bahn in Blumberg. Auch für Motor und Bahn erhielt Helmut Darda zahlreiche Patente. In den 1980er Jahren wuchs die, inzwischen Helmut Darda Spielwaren- und Maschinenbau GmbH genannte Firma auf mehr als 250 Mitarbeiter.

Um sich auf den Maschinenbau zu konzentrieren, verkaufte Helmut Darda Anfang der 1990er Jahre den Bereich Spielwaren. Die neuen Eigentümer verlegten die Produktion nach China.

 

 

Firma Darda gehört heute zum schwedischen Lifco-Konzern

Nach diesem Verkauf führten seine Söhne Burkhard und Gerhard Darda den Bereich Maschinenbau fort, zuerst als Darda Systemtechnik, heute als Darda GmbH. Seit 2006 gehört die Firma Darda zum schwedischen Lifco-Konzern über dessen Tochter Brokk. Darda ist Weltmarktführer und hat derzeit 50 Mitarbeiter.

Den Bereich Elektrobauteile verkaufte die Firma Darda Systemtechnik 2001 an das neugegründete Unternehmen HR Electronic, das heute mit 25 Mitarbeitern im Gewerbegebiet Vogelherd in Zollhaus expandiert.

 

 

"Ein sehr ehrgeiziger Tüftler"

Ab 1993 zog sich Helmut Darda nach und nach in das Privatleben zurück, er blieb aber noch einige Jahre Berater für die Firma. Er wohnte weiter in Blumberg im Tal oben im Verwaltungsgebäude. Es machte ihm Spaß zu beobachten, wie es mit der Firma weiterging.

Bis zuletzt rüstig, genoss er die Natur und die Spaziergänge im Wald. „Mein Vater war ein sehr ehrgeiziger Tüftler, ein Perfektionist“, sagt Burkhard Darda.

Für ihn war sein Vater ein Vorbild.

 

 

 



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