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Der Ursprung von
DARDA |
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Vorgeschichte
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| Wie hat der Konstrukteur der Darda-Autos erreicht, daß sich der Uhrwerkmotor eines Spielzeugautos durch Rückwärts- und durch Vorwärtsschieben aufziehen läßt, und zwar etwa achtmal so schnell, wie das Uhrwerk bei der Vorwärtsfahrt wieder abläuft? Das ist nicht nur getriebetechnisch bemerkenswert, sonder sogar rein logisch erstaunlich. Helmut Darda selbst erzählt zu seiner Erfindung, daß ihm die Idee, kleinste Modellautos durch Motorkraft antreiben zu lassen, kam, als seine Kinder mit Matchbox-Autos zu spielen begannen. Er fragte sich, welche Nachteile herkömmliche Spielzeugmotoren hätten: Überdrehte Uhrwerke und verlorene Schlüssel oder schwere und teure Batterien, die viel zu schnell leer sind. Alle diese Mängel sollte es bei seinem Motor nicht geben. Fünf Jahre des Grübelns und Experimentierens verging, bis er sein Ziel erreicht hatte. Viele Enttäuschungen und Mißerfolge waren zu überwinden, bis die Erfindung patentiert werden konnte. |
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Geschichte
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| 1970 erfand Helmut Darda den Präzisions Motor, den ersten kleinsten doppelseitig vor- und rückwärts aufziehbaren Austauschmotor der Welt und damit das Darda-System. Es wurde die gleiche Feinmechanik verwendet, die in den damaligen Armbanduhren ihren Dienst verrichteten. Helmut Darda verwendete diese Technik, um einen Motor zu entwickeln, der seinen Miniautos ermöglichte, erstaunliche Geschwindigkeiten zu erreichen. 1970 wurde der Begriff DARDA als Wort- und Bildmarke für die Gebrüder Burkhard und Gerhard Darda (den Söhnen von Helmut Darda) beim deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingetragen. Seit 1971 stellte die Firma Helmut Darda Spielwaren und Maschinenbau GmbH in Blumberg/Schwarzwald Autos mit Darda-Motor und die dazugehörigen Darda-Bahnen her. 1975 auf der Nürnberger Spielzeug-Messe war der kleinste aufziehbaren Austauschmotor der Welt ein Weltschlager und wurde als genial und revolutionär wie Jahrhundert-Motor apostrophiert. Für mehr als 24 Jahre ist Darda ein Name gewesen, der für die beste Präzisions Motoren für Miniautos stand. Eine deutsche Erfindung, die 1984 beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) zum Patent angemeldet und ein Jahr als Patent geschützt wurde, macht heute noch viele Kinder froh und Erwachsene ebenso. Unter der Registernummer DE 3403296 C1 ist die lesenswerte Patentschrift zu den Weltklasse-Aufziehmotoren offen gelegt. Ca. 1990 wurde die deutsche Produktion eingestellt. Ca. 1992 wurde das Darda-System an eine chinesische Firma verkauft. Das Ursprungsunternehmen heute, als Darda GmbH, konzentriert sich auf die Herstellung hochwertiger Abrisswerkzeuge. Gegenwärtig wird das System in Nordamerika über die Firma DARDA USA, einer Tochtergesellschaft von Wm K Walthers vertrieben. In Europa hat seit dem Jahr 2000 die Firma SIMM-Marketing den Vertrieb übernommen. Die Fahrzeuge sowie Bahnen kommen inzwischen aus chinesischer Produktion. |
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Der Darda Motor
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| Der Darda Motor ist ein Aufziehmotor, dessen Feder durch Vor- und Zurückbewegen des Fahrzeugs auf einer möglichst flachen Oberfläche aufziehen lässt. Sobald der Motor seine maximale Spannung erreicht hat, zeigt ein deutlich schnarrendes Aufziehgeräusch diesen Zustand an. In einer Fortentwicklung wurde der Darda Stop'n'Go Motor entwickelt, der es ermöglichte das Auto aufzuziehen und mit aufgezogenem Motor auf die Bahn zu setzen, bevor das Fahrzeug dann gestartet wurde. Das Fahrzeug fährt erst dann, wenn es einen kleinen Schubs erhält. In verschiedenen LKW-Modellen gibt es zusätzlich zum normalen Motor eine Art Getriebe, das unterschiedliche Geschwindigkeiten des Motors erlaubt. Alle Fahrzeuge und Motortypen sind untereinander kombinierbar. ![]() Deutsches Design und Entwicklung
U.S. Patente:
3,312,933 3,812,933 4,053,029 4,832,156 |
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Die Darda Autos
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| Darda Autos bestehen aus einem Chassis in das Vorderachse und der Motor eingesetzt werden. Auf diese Grundkonstruktion werden dann unterschiedlichste Aufbauten aufgeclickt. Die Palette reicht vom Beach Buggy über verschiedene Jeeps und Rennwagen bis hin zum Truck. Die Trucks weisen als interessante Besonderheit ein Dreiganggetriebe auf, so dass die Geschwindigkeit der Strecke angepasst werden kann. Die ursprünglichen Darda-Autos hatten einen Spritzgußaufbau und ein recht massives Kunststofffahrgestell. Dieses Fahrgestell ist mit einem Clip-Mechanismus ausgestattet, über den eine Demontage der Komponenten einfach und ohne Werkzeug möglich war. Neuere Fahrzeuge werden zum Teil (z.B.: Formel 1 Ultra-Speed, Formel 1 Ultra-Speed Typ 2) mit Schrauben zusammengehalten, so dass eine einfache Montage und Demontage nicht mehr möglich ist. Neuere Fahrzeuge haben durchweg Kunststoffaufbauten und wirken in ihrer Detailtreue weniger genau. Während die ursprünglichen Fahrzeuge (Serie 10) noch »Made in Germany« waren, kommen heute alle Teile aus China. |
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Trivia
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| Am 12. bis zum 19. April 1985 nahm die NASA im Rahmen Ihrer STS 51-D Mission ein Darda Auto und eine Darda Loopingbahn an Bord des Space-Shuttles Discovery um die Effekte der Schwerelosigkeit auf Spielzeug zu illustrieren. Ziel des Experiments "Toys in Space" war es, spielerisch das kindliche Interesse an wissenschaftlichen Fragestellungen und das Interesse an der Wissenschaft und dem Weltraum zu wecken. Im Rahmen der STS-54 Mission vom 13. bis zum 19. Januar war im Rahmen des "Toys in Space II" erneut eine DARDA Bahn - diesmal eine Bahn mit einem Polizeifahrzeug - an Bord der Endeavor. Darda-Autos haben eine nicht zu vernachlässigende Rolle bei den Experimenten zum Nachweis der Quanten der Schwachen Wechselwirkung gespielt, für die Carlo Rubbia vom CERN 1984 den Physik-Nobelpreis erhielt. Eine Arbeitsgruppe an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen unter der Leitung von Professor Helmut Faissner steuerte zu diesem Experiment eine Driftkammer bei, deren bis zu 8 m lange Drift-Rohre vom rechteckigen Querschnitt 5 * 15 cm verkabelt werden mußten. Zu diesem Zweck wurden durch die Drift-Rohre Darda-Autos mit dünnen Nylonfäden geschickt, an denen danach die Kabel eingezogen werden konnten. Die kleinen Flitzer aus Blumberg haben also sogar ein kleines Stückchen vom Nobelpreis verdient. |